Sonntag, 24. Februar 2013

Wineol-Workshop im Lomography-Store Köln

Nachdem ich auf einigen Blogs schon vom Trend Lomography mitbekommen habe, hab ich im Internet mal recherchiert, was es denn damit auf sich hat. Und ich war erstaunt, daß es in unserem digitalisierten Zeitalter wirklich möglich ist, daß die analoge Fotografie wieder einen so hohen Stellenwert gewinnt! Diese Trendentwicklung finde ich irgendwie super, denn der Umgang mit Filmen und deren Entwicklung begeistert mich schon seit langer Zeit sehr. Nun muß man wissen, daß ich bereits mit 17 ein Praktikum bei einer Fotografin gemacht habe. Hier habe ich wirklich viel gelernt über Belichtung, Ausleuchtung, Gestaltung eines Bildes und ich habe dort wirklich auch Filme entwickeln dürfen. Das hat mir so viel Spaß gemacht, daß ich mir am liebsten meine eigene Dunkelkammer eingerichtet hätte. Und was soll ich sagen, seit gestern ist dieser Wunsch wieder neu in mir entbrannt. Bei meinen Recherchen zum Thema Lomography bin ich nämlich auf den Store in Köln gestoßen und die bieten einiges an Workshops an. Und als ich dann so las, daß dort ein Workshop stattfinden soll, bei dem man Filme mit Rotwein selber entwickelt, da war für mich sofort klar, daß ich da dabei sein muß. Ich meine, HALLO!?! Rotwein zum Entwickeln?!
Also habe ich mich bei den fiesen Temperaturen gestern dick eingepackt und auf ging's:


Erstmal von unserem kleinen S-Bahnhof aus zum Hbf und da gegen die Kälte erstmal einen leckren Cappuccino (tall-laktosefrei-to go) aus der großen Kette geholt.


Und am Gleis brav auf den RE gewartet, der mich dann nach Köln bringen sollte.





Schließlich dann im Zug, gemeinschaftlich mit diversen FC-Fans Richtung Köln Hbf unterwegs. Leider gab es am Bahnhof Köln-Mülheim eine Verzögerung von 40 Minuten aufgrund "polizeilicher Ermittlungen aufgrund randalierender Fußballfans". Aber gut, so ein paar Randalierer konnten meine Stimmung nicht trüben, denn immerhin stand mir ja Rotwein-Panscherei bevor. ;o) Und dann endlich um 12:00 Uhr (mit knapp 45 Minuten Verspätung) die Ankunft in Köln.


Fix vorbei am Dom in Richtung Lomography-Store, denn schließlich musste ich ja vorab noch einen 36er s/w-Film ISO 400 verballern, damit ich auch was zum Entwickeln habe. ;o) Den Store hatte ich dann auch recht fix gefunden, dank der netten Navigations-App auf meinem Smartphone.


Vor Ort wurde ich erstmal mit einer Lomo ausgestattet und ab ging es durch die Fußgänger-Zone. Immerhin hatte ich nur noch knapp 40 Minuten Zeit, um besagten 36er Film voll zu kriegen. Pünktlich um 13:00Uhr war ich dann zum Workshop-Beginn wieder da. Die letzten 4 Bilder auf dem Film habe ich dann letztlich noch im Store selber verschossen. ;o)



Zunächst wurde erst einmal im Licht mit einem Film geprobt. Schließlich muß man es erstmal hinbekommen, den Film auf die Spule zu bekommen. Wenn man das dann hinterher noch im Dunkeln machen muß, ist es besser, wenn man es vorab mal geprobt hat. Als sich alle Teilnehmer soweit fit damit fühlten, ging es nacheinander mit sämtlichem Zubehör in den Dunkelsack. Der war dann bestückt mit Spule, Film, Schere und Entwicklerdose und mit diesem Sammelsurium auf meinem Schoß hieß es dann, ohne Orientierung den Film aufknacken, abwickeln, auf die Spule ziehen, ab in die Dose, lichtdicht verschließen und dann wieder raus aus dem Dunkelsack. Ich muß gestehen: wenn man den Dreh einmal raus hat, dann ist es einfach und macht immens Spaß! Dann ging also das Gepansche los. Aus Rotwein, Waschsoda und Vitamin C-Pulver wurde dann der Entwickler gemischt. Und nebenbei haben wir gelernt, daß Tee, Instantkaffee, Kopfschmerztabletten und Urin auch ganz wunderbar zum Entwickeln von Filmen geeignet sind. Der Entwicklungsprozess selber kam einem dann gar nicht so lange vor, immerhin war man in regelmäßigen Abständen damit beschäftigt, die Entwicklerdose etwas zu bewegen. ;o) Dann mit Wasser den Entwicklungsprozess gestoppt, 5 Minuten fixiert und dann konnte der Film aus der Entwicklerdose raus und wir konnten schauen, ob wir es denn tatsächlich hinbekommen hatten. ;o) Schließlich wurde der Film dann in ein Bad aus destilliertem Wasser verfrachtet, worin ich ihn dann auch wieder heimwärts verfrachtet habe.


Daheim den Film dann fein zum Trocknen aufgehangen und heute dann mal direkt im Licht bestaunt, daß meine ersten Fotoversuche mit einer Lomo dann doch recht erfolgreich waren und die Filmentwicklung mit Rotwein in der Tat funktioniert.



Jetzt muß ich nur noch zusehen, daß ich den langen Fotostreifen in handlichere Streifen geschnitten bekomme, ohne mir dabei meine Bilder zu zerstören. Und entweder geht der Film dann für die Abzüge zum Fachgeschäft, oder ich gönn mir selber einen Filmscanner, digitalisiere mir die Bilder selbst und gebe sie dann in den Druck. Wenn ich jetzt noch in der Lage wäre, selber die Abzüge zu erstellen, wäre das natürlich das Größte....womit doch schon sicher gestellt wäre, welchen Workshop ich demnächst noch besuchen muß. ;o)

Kommentare:

  1. Liebste Lilly,
    Ich gestehe, ich verstehe absolut gar nix :)
    ABER: Deine Begeisterung ist total ansteckend!! Bitte erzähl uns -wenigstens mir- wie deine Workshops weitergehen, zeig deine Fotos (die ich liebe....) und ja, ich werd mich mal bei Onkel Google schlau machen, von was du redest.
    Herzlichst
    yase

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    1. Liebe Yase,
      ich gestehe, daß auch ich keine Ahnung sämtlicher Details zum Thema Filmentwicklung habe. Das mit der ganzen Chemie etc. dabei ist einfach zu kompliziert für mich. Im Endeffekt habe ich gelernt, wie man einen Schwarz-weiß-Film aus einer analogen Kamera selber entwickeln kann, indem man ihn im Dunkeln (Ganz wichtig, denn wenn der Film Licht abkriegt ist er hinüber) aufknackt, den Filmstreifen rauszieht und ihn auf eine Entwicklerspule zieht, um ihn dann (wie hier mit Rotwein) zu entwickeln. ;o) Heraus kommt dann der lange Negativstreifen, von dem ich jetzt meine Abzüge machen lassen kann. Macht es das ein bißchen verständlicher?
      Ansonsten hast du Recht: Onkel Google weiß da immer Rat. ;o)
      Es freut mich aber, daß Dich meine Begeisterung trotz absoluter Ahnungslosigkeit mitreißen kann! *grinz*

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    2. :) liebe Lilly,
      Mein Lieblingsmensch ist Hobbyfotograf und weiss unglaublich viel.... Ich habe ihm Deinen Post gezeigt, und er hat völlig fasziniert von Lomo erzählt, was die Hintergründe dieser Fototechnik oder was auch immer ist..... Ich bin schon ein ganzes Stück schlauer!
      Ich freue mich auf deine weiteren Berichte!
      Und auf dein Fotos....
      herzlichst
      yase

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  2. Und wieder ich.....
    Hast du eine e-Mailadresse??
    Wegen des Loops können wir mal reden :) Ich würd dir gern was nähen!

    Liebste Grüsse an dich
    Von mir

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  3. Darf ich auch mal kurz meinen Senf dazu abgeben?

    Wunderbare Darstellung und Review des Workshops

    Ich wüste da auch zufällig jemanden, der einen entsprechenden Workshop in der Dunkelkammer anbieten kann. Die Frage ist an der Stelle genügend Interessenten zusammenzu bekommen.
    Mindestteilnehmerzahl wären da etwa +/- 5. Vielleicht kennst Du ja weitere Analogiker?

    Jedenfalls entwickel ich gerade entsprechende Workshop-Formate.
    Räumlichkeiten und Equipment sind da nicht dass Problem.

    Also, wer Lust hat kann ja mal schnuppern kommen

    http://analogdigital-ganzegal.blogspot.de/

    Darf ich deinen Review bei mir drüben einbauen?

    Gruß

    Tobias

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    1. Hallo Tobias,

      freut mich, dass mein Review gefällt. ;o)
      Dein Workshop war aber auch super!!! Hat irre-viel Spaß gemacht!
      Meine Review darfst du auch bei Dir einbauen - geht in Ordnung! ;o)

      Also, für einen entsprechenden Dunkelkammer-Workshop wäre ich definitiv zu haben!
      Leider kenn ich bisher nur wenige Analogiker, aber ich könnte mir vorstellen, hierzu mal
      einen Aufruf auf meinem Blog zu starten, mit Verlinkung auf deinen Blog. Da kriegen wir
      dann sicherlich Leute zusammen!

      Danke auch für deine Antwort zu meiner Scanner-Frage! Meine Negative habe ich jetzt auch
      in handliche 6er-Packen geschnitten und felißig in die DIN A 4-Hülle sortiert. Am Wochenende
      will ich mir dann die Zeit zum Digitalisieren nehmen und danach habe ich hoffentlich auch Fotos,
      die ich dir mal zeigen und bei flickr reinstellen kann!

      Lieben Gruß
      Lilly

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  4. Danke für die Review! Ich wusste gar nicht, dass der Lomography Store in Köln Workshops anbietet. So musste ich nun natürlich direkt erstmal im Internet schauen, was noch alles so angeboten wird. Ich bin begeistert! Werde auf jeden Fall in der nächsten Zeit bestimmt auch mal an dem ein oder anderen Teilnehmen!

    Liebe Grüße
    Claudia

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    1. Ja, die haben schon tolle Workshops dabei! Und wenn du mal beim Tobi guckst, auf http://analogdigital-ganzegal.blogspot.de/ dann findest du noch ganz viel anders zum Theme Lomo und selber entwickeln und sowas. ;o)
      Na, vielleicht sieht man sich da ja mal irgendwann bei einem Workshop. ;o)

      Herzensgrüße
      Lilly

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    2. Ui, danke für den Tip, der Blog von Tobi ist wirklich super und hat mich auf ganz viele Ideen gebracht! :-)

      Wer weiß, vielleicht sieht man sich ja wirklich mal auf einem der tollen Workshops! ;-)

      Ganz liebe Grüße
      Claudia

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